Schulprojekt · Profil Bühne

Ein Jahr im Dialog mit Pina Bausch

Wir haben uns nicht auf eine fertige Aufführung vorbereitet, sondern recherchiert, beobachtet, ausprobiert und aus Bewegungen, Gesten, Blicken und Situationen eigenes Material entwickelt.

„Mich interessiert nicht, wie sich die Menschen bewegen, sondern was sie bewegt.“ — Pina Bausch

Wer war Pina Bausch

Biografie und Arbeitsweise

Pina Bausch (1940–2009) hat das Tanztheater erfunden — eine Bühnenkunst, die Tanz, Schauspiel, Musik und Alltag radikal zusammenführte und das 20. Jahrhundert nachhaltig prägte.

Geboren in Solingen, ausgebildet an der Folkwang-Schule in Essen bei Kurt Jooss, später in New York unter anderem an der Juilliard School. 1973/74 wurde sie nach Wuppertal berufen und gründete dort das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, das bis heute weltweit gastiert.

Bis zu ihrem Tod 2009 schuf sie über 50 Werke, die Festivals, Kinos und Theater rund um den Globus erreichten — und Tanz für eine ganze Generation neu definierten.

Pina Bausch · Porträtaufnahme von Fernand Michaud.
Pina Bausch — Porträt Foto: Fernand Michaud · Wikimedia Commons

Wie sie arbeitete

01

Fragen statt Anweisungen

Pro Stück oft 800 bis 1000 Fragen an die Tänzerinnen und Tänzer. Aus 40 bis 50 Antworten entstand das Material — der Körper antwortete, nicht die Sprache.

02

Alltag wird Bühne

Bewegung kam nicht nur aus dem Tanz, sondern aus realen Erfahrungen, Erinnerungen und Ritualen. Eine Geste, ein Blick, ein Weg — alles konnte Material werden.

03

Wiederholung und Bild

Verdichtung durch Wiederholung. Aus kleinen Gesten wurden ikonische Bühnenbilder — die Stuhlreihe, die Linie, das Erstarren in der Bewegung.

Stationen

  1. 1940
    Geboren in Solingen.
  2. 1955
    Beginn des Studiums an der Folkwang-Schule in Essen bei Kurt Jooss.
  3. Ende 50er
    Stipendium nach New York: Juilliard School, New American Ballet, Metropolitan Opera.
  4. 1973/74
    Berufung nach Wuppertal — Gründung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.
  5. 1975
    Das Frühlingsopfer — ein Meilenstein des frühen Werks.
  6. 1978
    Uraufführung von Kontakthof.
  7. 2008
    Kontakthof. Mit Teenagern ab „14“ — die Jugend-Fassung.
  8. 2009
    Gestorben in Wuppertal — über 50 Werke hinterlassen.

Unser Ansatz

Forschen statt aufführen

Unser Profil hat sich von Pina Bauschs Arbeitsweise inspirieren lassen. Wir haben mit Fragen gearbeitet, Bewegungen aus dem Alltag gesammelt, Gesten wiederholt, Kontakt und Distanz untersucht und kleine Szenen aus Blicken, Wegen, Stühlen, Reihen und Gruppensituationen entwickelt.

Uns ging es nicht darum, Originalstücke nachzutanzen, sondern eigene Erfahrungen in eine körperliche Form zu bringen.

Unser Arbeitsjahr

Fünf Phasen — von der ersten Beobachtung bis zur Reflexion auf dieser Seite.

  1. I
    Sept · Okt

    Entdecken

    Erste Begegnung mit Pina Bauschs Werk: Filme, Texte, Probenausschnitte. Beobachten, wie aus Alltagsgesten Bühnenbilder werden.

  2. II
    Nov · Jan

    Befragen

    Fragen an den Körper formulieren. Antworten in Bewegung übersetzen. Erste Stuhlbilder, Linien, Wege.

  3. III
    Februar

    Erproben

    Wiederholung als Werkzeug. Gruppensequenzen entwickeln. Material aus Annäherung und Rückzug.

  4. IV
    März

    Verdichten

    Aus Skizzen werden Miniaturen. Auswahl, Schnitt, Bühnenbild — was bleibt, was geht.

  5. V
    April

    Reflektieren

    Diese Webseite. Galerie, Texte, Quellen. Den Prozess sichtbar und teilbar machen.

Übungen

Acht Mini-Performances

Die folgenden Übungen orientieren sich an Arbeitsprinzipien — nicht an der exakten Rekonstruktion urheberrechtlich geschützter Choreografien. Fragen stellen, Alltagsbewegungen ernst nehmen, Wiederholung nutzen, Beziehungen sichtbar machen, Gruppenbilder komponieren.

    Themen

    Was uns beschäftigt hat

    Aus den Übungen sind Themen herausgewachsen, die unser Jahr durchzogen haben. Sie liegen oft zwischen zwei Polen — und genau in dieser Spannung entstand das interessanteste Material.

      Galerie

      Bilder und Spuren

      Keine perfekten Ergebnisse, sondern Spuren der Arbeit: Inspirationsbilder, Körperhaltungen, Gruppensituationen und Motive, die uns durch das Jahr begleitet haben.

      Bilder mit der Markierung frei sind unter freier Lizenz nutzbar. Archivmaterial der Pina Bausch Foundation ist nur mit schriftlicher Genehmigung verwendbar und hier nur als Quellenlink gesetzt.

      Videos

      Sehen, hören, verstehen

      Eine kuratierte Auswahl: Probenarbeit, Bildsprache, Archivaufnahmen, Projekte mit Jugendlichen. Sie helfen, unsere eigenen Übungen in einen größeren künstlerischen Zusammenhang zu stellen.

      Fazit

      Was wir mitnehmen

      Nicht jede Idee ist zu einer fertigen Szene geworden. Aber wir haben gelernt, genauer zu beobachten, Bewegungen bewusster wahrzunehmen und aus einfachen Situationen Material für die Bühne zu entwickeln.

      Besonders wichtig war für uns die Erfahrung, dass Theater und Tanz nicht aus fertigen Nummern bestehen — sondern aus Recherche, Mut, Wiederholung, Scheitern, Neuansetzen und gemeinsamem Ausprobieren.

      Kontakt

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      Mehr Materialien, Videos und Bildnachweise sind über den QR-Code erreichbar. Profil Bühne — Schulprojekt zur Auseinandersetzung mit Pina Bausch und dem Tanztheater.

      Kontakt

      Profil Bühne — Pina Bausch

      sebastian.zasadzinski@stsfkw.hamburg.de